Temperaturen, Niederschlag und globale Strahlung

Mit den Statistiken zu Temperaturen, Niederschlag und globaler Strahlung weisst Du , wie das Wetter im Alta Centovalli in der Vergangenheit war. Auf einer Höhe von fast 1000 m.ü.M. weichen die Temperaturen beträchtlich von den Messungen z.B. in Locarno ab. Hier geht es zur Übersicht, wo Du auch die Statistiken des Vorjahres findest.

Die Wetterdaten stammen von der Messstation Costa Borgnone alta Centovalli und wurden freundlicherweise von  MeteoGroup Schweiz zur Verfügung gestellt.

Wut über Felssturz im Val Vigezzo

Ein weiteres Mal hat ein Felssturz (siehe Beitrag Blick) am Ostersonntag auf der Verbindungsstrasse zwischen Locarno und Domodossola zwei Todesopfer gefordert. Die italienischen Behörden unternehmen nach Meinung wütender Anwohner zu wenig, um die italienische Seite der Strasse zu sichern. Das Unglück ereignete sich in der Nähe des Weilers Meis, unweit der Schweizer Grenze. Betroffen war ein Ehepaar aus der Schweiz.

Täglich benutzen über 1500 italienische Grenzgänger (frontalieri) diese Strecke zu ihrem Arbeitsplatz im Locarnese. In den Social Media tobt sich nun der Ärger der Betroffenen aus. Da auch die Zugsverbindung mit der „Centovallina“ bis auf weiteres unterbrochen ist, bleibt den Grenzgängern nur der weite Umweg von Malesco über das Valle Cannobino.

Bereits einmal hatten sich die Bürgermeister der Region zusammengeschlossen und einen Anschluss an den Kanton Tessin gefordert, nachdem die Regierung in Rom monierte, sie hätten nicht gewusst, dass dieses Tal noch zu Italien gehöre. Auch damals ging es um die zögerliche Bereitsstellung von Geldern für dringend notwendige Sicherungsmassnahmen dieser Strasse.

Kurt Hutterli’s Centovalli

Vor 55 Jahren schrieb der Schweizer Schriftsteller Kurt Hutterli die Erzählung „Tal der hundert Täler“, die 1973 in einer überarbeiteten Ausgabe im Rahmen der Schweizer Heimatbücher beim Verlag Paul Haupt Bern unter dem Titel „Die Centovalli“ erschien.
ISBN 3-258-01636-4

Das etwas mehr als hundert Seiten starke – leider längst vergriffene – Büchlein ist eine faszinierende Quelle von Zitaten, Notizen und Materialien aus den Centovalli, die bis ins 16. Jahrhundert zurück reichen – vom Autor mit Fotografien reich bebildert.

So wird z.B. Karl Viktor von Bonstetten zitiert, der mit der dänischen Dichterin Friederike Brun 1795 durch die Täler ritt: „Kein teutsches Schweizerschwein würde in einige dieser Menschenwohnungen gehen.“ Und Friederike Brun selbst dazu: „…Uns gegenüber, auf einem hohen und vergrösserten Wiesenplane, liegt das Dörfchen Rasa. Diese Dörfer sind elende Steinnester, von armen, halbverhungerten Menschen bewohnt, und diese prächtigen Alpenwiesen nur selten beweidet…“

Von Stefano Franscini wird 1835 zitiert:“ … Wenig fruchtbar und durch die ungünstige Lage und die Schlechtigkeit der Wege ohne Verkehr, ist diese Thal eines der ärmsten des Cantons… An den langen Winterabenden sind die Weiber, welchen stets soviel Arbeit obliegt, fast einzig beschäftigt. Sie spinnen Hanf, Flachs, Wolle, bereiten Leinwand und Anderes für das Haus. Der Mann plaudert oder schlummert; selten arbeitet er…“

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In seinen eigenen Notizen schreibt Kurt Hutterli: „Centovalli – der Name ist berechtigt. Zählt man auf 1000m Höhe die Bäche und Einschnitte (Landeskarte 1:25‘000) kommt man auf die Zahl 178.“ Manche seiner Notizen sind sehr poetisch verfasst, wie folgender etwas längere Textauszug: „Corticello, Maia, Renalo, Remo, Ögna, Cort Antico – Weiler, die zerfallen, Kapellen, die einstürzen, Gässchen unter Brombeerstauden, Terrassen im Buchenwald, an kranken Ästen geschrumpfte Kastanien, hohle Nüsse. Vergessene Weiler mit vergessener Geschichte; überall alte Erde: verwahrlost, verlottert, verwildert. Häuser im Ginster: Gelb flammen sie auf, knistern im Sommer mit schwarzgedörrten Schoten, glühen, gehören Echsen und Schlangen. Im Herbst sind sie die herbstlichsten Häuser, die ich kenne. Hier welken die Stauden, die Bäume, die Dächer und Mauern, hier fallen Blätter, Platten und Blöcke und füllen die Gässchen. Hier bröckeln Rinde und Mörtel, und Äste, Sparren, Türen, Decken und Böden faulen. Verlorene Weiler an verlorenen Wegen: im Winter alte Schlangenhaut, abgestreift zwischen Ginsterbesen, grau, offen, leer.“

Wunderschön geschrieben, findest Du nicht auch?

 Kurt Hutterli (18. August 1944, von Bern) ist kanadisch-schweizerischer Doppelbürger mit einer Affinität zu den Centovalli. Er schrieb auch den Roman „Das Centovalli-Brautgeschenk – Im Waldgut, Frauenfeld 2004“

Seit Januar 2018 hat Kurt Hutterli eine zweisprachige Homepage mit einem spannenden Blog. Unbedingt mal reinschauen!

Tödlicher Unfall bei Schneeräumung

Am Freitagabend, 2. März 2018, ereignete sich bei der Schneeräumung zwischen Lionza und Borgnone ein tragischer Unfall. Der in den umliegenden Dörfern bekannte und geschätzte Maler und Handwerker Antonio Balassi geriet mit dem Schneepflug von der Strasse und stürzte mit seinem Gefährt den Hang hinunter. Erst Stunden später bemerkte ein Autofahrer die Unfallstelle und alarmierte Polizei und Rettungskräfte, die allerdings nur noch den Tod des 60-jährigen Fahrers feststellen konnten.

Es ist üblich im Centovalli, dass Schneeräumungsarbeiten im Auftrag der Gemeinde durch Private wahrgenommen werden. Verschärft hat sich diese Aufgabe im schwierigen Gelände durch den Umstand, dass Sicherheitsplanken vielerorts fehlen. Nach den schweren Stürmen im Sommer 2017 mussten ganze Hänge mit hunderten von Bäumen gerodet werden, die zuvor mindestens einen gewissen Schutz boten.

Restaurierungsprojekt Palazzo Tondue

Frischer Wind weht für die seit Jahrzehnten fällige Restaurierung des stolzen Palazzo Tondü in Lionza. Das Amt für Heimatschutz des Kantons Tessin hat das Restaurierungs-Projekt verabschiedet. Das Vorhaben ist Teil des Centovalli- Masterplan, ein vom Kanton beauftragtes Programm, welches wirtschaftlich schwächeren Gebieten mehr Autonomie und ökonomischen Aufschwung bringen soll.

Die Ziele sind hochgesteckt: Nebst einem Seminar- und Versammlungsraum soll mit der Schaffung eines Wellnessbereichs mit Sauna und Türkischem Bad den Besuchern Erholung sowie mit einer thematischen Bibliothek auch Wissensbildung angeboten werden. Den beliebtesten Höhepunkt dürfte aber die vorgesehene Osteria zur Degustation lokaler Produkte bilden.

Prof. Daniele Maggetti stellt uns die deutsche Fassung des Restaurierungsprojekts als PDF zur Verfügung.

Wenn Du noch mehr über den Palazzo erfahren möchtest schau doch mal in den letztjährigen Beitrag zur Legende des Palazzo Tondü.

 

Abfallkalender 2018

Der neue Abfallkalender 2018 für die Gemeinden Centovalli und Palagnedra sowie dieTerre di Pedemonte und das Valle Onsernone ist erschienen.

Enthalten sind auch die Daten für Spezialabfälle, Sperrgut und Entsorgungsmöglichkeiten im Ecocentro Petrucciani der Comune Centovalli sowie Informationen zur Abfalltrennung. Ein wirklich sinnvolles Instrument für den Alltag im Tal!

Die Comune Centovalli hat zudem eine neue Website, um viele weitere Informationen abzurufen: www.centovalli.swiss

 

Fabio Girlanda’s Zirkone

Es war einmal ein Strahler namens Fabio Girlanda, der fand vor 10 Jahren einen mehrere Zentimeter grossen, perfekt geformten Zirkon  auf einem Pegmatit* im Centovalli. Ein Fall von mineralogischem Gigantismus, den man so in den Alpen noch nicht gesehen hat. Zirkon ist vor bis zu 4,4 Milliarden Jahren entstanden; es ist das älteste bekannte Mineral der Erde. Dazu gesellten sich noch andere Mineralien, die man für die Schweiz noch nicht kannte (Cancrinit, Sodalith) oder sehr selten antrifft wie der Nephelin.  „Fabio Girlanda’s Zirkone“ weiterlesen

Tragisches Unglück in der Gemeindeverwaltung Intragna

Am 6. Dezember 2017 stürzte sich – aus noch ungeklärten Gründen – der Vize-Sekretär der Gemeindeverwaltung Comune Centovalli aus dem Fenster und war sofort tot. Radiotelevisione svizzera RSI berichtete in ihrer Abendsendung „Il Quotidiano“ über das Unglück. Der Gemeindepräsident stand dabei sichtlich unter Schock.

Mausplage und Trinkwassergefahr

Das Jahr begann mit Waldbränden in den Centovalli. Dann kamen die Stürme mit Dutzenden ausgerissenen Bäumen, die Strassen und Wanderwege unpassierbar machten. Danach der grosse Hagelschlag, der die Gemüsegärten pürierte und der immense Regen Ende August. Dazu bereits während Monaten die Mausplage: Sie springen am helllichten Tag durch Wiesen und Gärten. Sind die Türen oder Fenster nicht geschlossen, sind sie im Haus. Sie kommen über den Kamin, übers Dach, durch Leitungen und fressen, was Ihnen vor die Beisserchen kommt. Einzelne Einheimische haben mit Fallen bereits dreihundert und mehr Mäuse auf ihrem Grundstück „ruhig gestellt“.

Und nun wird für einzelne Orte bereits ungeniessbares Trinkwasser gemeldet. Siehe dazu die Mitteilung der Gemeinde Centovalli (in Italienisch) vom 5.9.17.
Die AZIENDA COMUNALE ACQUA POTABILE hat am 15. September 2017 für die Fraktionen Costa Borgnone und Lionza wieder Entwarnung gegeben. Es wird aber empfohlen, das Wasser vor Gebrauch 5 Minuten laufen zu lassen, um Verschmutzungen in den Leitungen durchzuspülen.

Was erwartet uns noch in diesem Jahr?