Rifugio Corte Nuovo ladet zum Fest

Endlich ist es soweit!  Zur schönsten Jahreszeit in den Tessiner Alpen lädt das „Patriziato di Borgnone“ am 29. Juli 2017 zur Einweihung des restaurierten Rifugio Corte Nuovo. Das Projekt wurde in Zusammenarbeit mit dem MUSEO CENTOVALLI E PEDEMONTE, dem Progetto Parco Nazionale del Locarnese sowie der Assoziazione Pro Costa di Borgnone lanciert.

Mit CHF 50 haben auch viele Privatpersonen einen Dachstein für die Ställe finanziert.

Ab 9 Uhr morgens ist es möglich mit dem Helikopter auf die Alp zu fliegen. Nähere Angaben zur Durchführung je nach Wettersituation sowie zu den Kosten findest Du auf dem Flyer.

Mücken-Saison

Bist Du auch schon von den Mücken gestochen worden? Die aggressiven Insekten verursachen mit ihren Stichen oft wochenlang juckende und beissende Entzündungen. Die Plage stammt wohl von der Tigermücke… Der Kanton Tessin hat ihr nun definitiv den Kampf angesagt. Die Ratschläge in folgendem Merkblatt sind sehr hilfreich.

Gibt es effektive Hilfe, wenn Du schon gestochen wurdest? JA! Ich mache hier keine Produkte-Werbung, aber dieses Byte-away-Tool für 20 – 30€ hat mir wirklich schon oft geholfen – ohne Chemie, ohne klebrige Salben, einzig von einer Batterie betrieben, bekämpft es den Entzündungsprozess thermisch. In diesem Blog kannst Du mehr darüber lesen. Schreib mir doch Deine Erfahrungen als Kommentar zu diesem Beitrag!

 

Niederschlag, Temperaturen und globale Strahlung

Mit diesen Statistiken weisst Du zumindest, wie das Wetter im Alta Centovalli in der Vergangenheit war. Auf einer Höhe von fast 1000 m.ü.M. weichen die Temperaturen beträchtlich von den Messungen z.B. in Locarno ab. Hier geht es zur Übersicht seit Januar 2017.

Wer eine Solaranlage plant, dürfte sich besonders für die Werte der globalen Strahlung interessieren, welche mit Watt pro Quadratmeter (W/m²) gemessen werden. Sehr schön zu sehen, wie die globale Strahlung von Monat zu Monat zunimmt.

Die Wetterdaten wurden freundlicherweise von  MeteoGroup Schweiz zur Verfügung gestellt.

Gottardo Fidele Piazzoni

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Es war einmal…
Vor 145 Jahren wurde in Intragna Gottardo Fidele Piazzoni geboren. Bereits im Alter von 15 Jahren reiste er ins Carmel Valley zur Milchfarm seines Vaters. Mit der Gewissheit Maler zu werden, besuchte er das San Francisco Art Institute  und begann stilprägend tonalistisch zu malen. Bekannt wurde er mit Wandmalereien in der San Francisco Public Library.  Die 10 wichtigsten Werke wurden später ins de Young Museum gebracht, in einen eigens ihm gewidmeten Raum, den „Piazzoni Room“.
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Und nun kommts! Rund hundert Jahre später wanderte erneut eine in Intragna geborene, ambitionierte Künstlerin nach San Francisco aus und etablierte sich mit Murals – Mona Caron.

 

Nicht genug! Mit einer Artwork Performance im „Piazzoni Room“ widmete sie Gottardo Piazzoni fünf Landschaftszeichnungen in Erinnerungen an ihre gemeinsame Heimat. Bilder dazu werden auf ihrer Website folgen.

 

Eine ausgezeichnete biografische Betrachtung zu Gottardo Piazzoni hat Verena Senti-Schmidlin verfasst. Im Museo regionale delle Centovalli sind weitere Informationen zur Familiengeschichte verfügbar.

Bildverzeichnis dieses Beitrags:
Legion of honor – Make a Gift
Piazzoni Portraits
San Francisco Public Library
MODERN ART NOTES Art-focused Journalism by Tyler Green

Wissenswertes aus dem Tal

Es gibt auch einige ganz praktische Dinge, die Du wissen möchtest. Wohin mit dem Abfall? Wann kommt der Bäcker? Wie erreiche ich im Notfall einen Arzt?

Die meisten Informationen stammen von der Gemeinde Centovalli. Ich werde versuchen, die Seite „Nützliche Informationen der Gemeinde Centovalli“ aktuell zu halten. Wenn Du mehr weisst als ich, kontaktiere mich am besten über die Website oder sende mir ein E-Mail.

Im medizinischen Notfall hilft immer noch Tel. 144
Der Arzt im Tal ist:
Dr. Danilo Erba, 6655 Intragna
Tel. 091 796 12 92 oder mobile Tel. 079 221 47 46

Das Regionalspital befindet sich in Locarno:
Ospedale regionale La Carità, Tel. 091 811 41 11

Kurt Hutterli’s Centovalli

Vor bald 55 Jahren schrieb der Schweizer Schriftsteller Kurt Hutterli die Erzählung „Tal der hundert Täler“, die 1973 in einer überarbeiteten Ausgabe im Rahmen der Schweizer Heimatbücher beim Verlag Paul Haupt Bern unter dem Titel „Die Centovalli“ erschien.
ISBN 3-258-01636-4

Das etwas mehr als hundert Seiten starke – leider längst vergriffene – Büchlein ist eine faszinierende Quelle von Zitaten, Notizen und Materialien aus den Centovalli, die bis ins 16. Jahrhundert zurück reichen – vom Autor mit Fotografien reich bebildert.

So wird z.B. Karl Viktor von Bonstetten zitiert, der mit der dänischen Dichterin Friederike Brun 1795 durch die Täler ritt: „Kein teutsches Schweizerschwein würde in einige dieser Menschenwohnungen gehen.“ Und Friederike Brun selbst dazu: „…Uns gegenüber, auf einem hohen und vergrösserten Wiesenplane, liegt das Dörfchen Rasa. Diese Dörfer sind elende Steinnester, von armen, halbverhungerten Menschen bewohnt, und diese prächtigen Alpenwiesen nur selten beweidet…“

Von Stefano Franscini wird 1835 zitiert:“ … Wenig fruchtbar und durch die ungünstige Lage und die Schlechtigkeit der Wege ohne Verkehr, ist diese Thal eines der ärmsten des Cantons… An den langen Winterabenden sind die Weiber, welchen stets soviel Arbeit obliegt, fast einzig beschäftigt. Sie spinnen Hanf, Flachs, Wolle, bereiten Leinwand und Anderes für das Haus. Der Mann plaudert oder schlummert; selten arbeitet er…“

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In seinen eigenen Notizen schreibt Kurt Hutterli: „Centovalli – der Name ist berechtigt. Zählt man auf 1000m Höhe die Bäche und Einschnitte (Landeskarte 1:25‘000) kommt man auf die Zahl 178.“ Manche seiner Notizen sind sehr poetisch verfasst, wie folgender etwas längere Textauszug: „Corticello, Maia, Renalo, Remo, Ögna, Cort Antico – Weiler, die zerfallen, Kapellen, die einstürzen, Gässchen unter Brombeerstauden, Terrassen im Buchenwald, an kranken Ästen geschrumpfte Kastanien, hohle Nüsse. Vergessene Weiler mit vergessener Geschichte; überall alte Erde: verwahrlost, verlottert, verwildert. Häuser im Ginster: Gelb flammen sie auf, knistern im Sommer mit schwarzgedörrten Schoten, glühen, gehören Echsen und Schlangen. Im Herbst sind sie die herbstlichsten Häuser, die ich kenne. Hier welken die Stauden, die Bäume, die Dächer und Mauern, hier fallen Blätter, Platten und Blöcke und füllen die Gässchen. Hier bröckeln Rinde und Mörtel, und Äste, Sparren, Türen, Decken und Böden faulen. Verlorene Weiler an verlorenen Wegen: im Winter alte Schlangenhaut, abgestreift zwischen Ginsterbesen, grau, offen, leer.“

Wunderschön geschrieben, findest Du nicht auch?

 Kurt Hutterli (18. August 1944, von Bern) ist kanadisch-schweizerischer Doppelbürger mit einer Affinität zu den Centovalli. Er schrieb auch den Roman „Das Centovalli-Brautgeschenk – Im Waldgut, Frauenfeld 2004“